Durchführung von Dojos

Die Dojo-Prinzipien

Wie bereits eingangs erwähnt, dienen Dojos dem Lernen und Üben. Der Skill-Level der Teilnehmer ist dabei egal. Teilnehmer, die sich in einem Gebiet gut auskennen, können sich einbringen und anderen erklären, warum sie Dinge so machen wie sie es tun. Teilnehmer mit weniger Erfahrung können davon lernen. Ziel des Dojos ist aber auch, dass Erfahrenere durch die Beobachtung des Lernprozesses der anderen selbst reflektieren können, welche Fehler sie machen und diese zukünftig vermeiden – es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Dojos bieten eben eine offene, spannende Form der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Lernens. Dabei sind alle Skill-Level herzlich eingeladen sich einzubringen. Hier können in entspannter Atmospäre neue Ideen ausprobiert werden.

Die Voraussetzungen

  • Meeting-Raum mit ausreichend Sitzgelegenheiten (typische Größe: 5 – 15 Teilnehmer)
  • PC oder Notebook mit Entwicklungsumgebung
  • Beamer

Die Durchführung

Für ein Dojo sollte man einen Zeitrahmen von etwa 1,5 Stunden – je nach Anzahl der Teilnehmer und Komplexität der Kata einplanen. Dabei hat sich das folgende Vorgehen bewährt:

  • 10 Minuten: Einleitung in das Thema
  • 40 Minuten: Coding
  • 5-10 Minuten: Pause
  • 40 Minuten: Coding

Man unterscheidet hier mehrere Formen der Durchführung. Grundsätzlich gilt für alle Formen TDD als Voraussetzung.

In einer Prepared Kata zeigt eine einzelne Person, wie sie zur Lösung kommt. Dabei müssen alle Schritte für alle anderen nachvollziehbar sein. Einwürfe sind nur dann erlaubt, wenn die Schritte für denjenigen unverständlich sind.

Die wohl kollektivere Form ist die sogenannte Randori Kata. Hier sind immer 2 Personen am Rechner. Dabei hat einer der beiden die Tastatur und programmiert (der sogenannte Driver), der andere schaut zu (der sogenannte Co-Pilote). Nach einem vorher definierten Rhythmus wechseln sich die Personen ab. Als Modus für das Ablösen könnte man eines der folgenden Vorgehen wählen:

TimeBox

Jedes Paar hat einen Zeitslot von z.B. 5 Minuten. Am Ende dieser Zeit geht der Driver zurück ins Publikum, der Co-Pilote wird zum Driver und eine Person aus dem Publikum wird zum Koplioten.

PingPong

Der Driver schreibt den ersten Test und gibt im Anschluss die Tastatur an den Co-Pilote. Der neue Driver sorgt dafür, dass der Test durchläuft und führt ggf. notwendiges Refactoring durch. Im Anschluss daran schreibt er einen weiteren Test und gibt er die Tastatur zurück an den ursprünglichen Driver. Nun ist es an ihm, diesen Test zum laufen zu bringen. Im Anschluss daran kommt ein neues Paar aus dem Publikum.

MicroPairing

Das MicroPairing besteht im Grunde aus einer Mischform aus TimeBox und PingPong. Es gibt einen Zeitslot, in dem Driver und Co-Pilote am Rechner sind. Driver und Co-Pilote wechseln sich ab, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:

  • Der Driver schreibt einen Test, der fehlschlägt.
  • Der Driver sorgt dafür, dass ein Test durchläuft.
  • Der Driver refactored etwas nicht triviales.
  • Der Driver schreibt einen Test der durchläuft (sollte i.d.R nicht auftreten).

Ist der Zeitslot um, gehen beide ins Publikum und zwei neue Personen führen die Kata fort.


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